Kritik am Kindermodeln

Kindermodels KritikSchaut man im Internet durch Foren und Blogs, gibt es neben den Fragen "Mein Kind will Model werden, wie geht das?" immer auch gleich die Kritiker, die sagen "Tu das Deinem Kind nicht an!" oder "Da wollen sich doch nur ehrgeizige Eltern profilieren!".
Doch wie berechtigt ist die Kritik am Kindermodeln wirklich?
An uns als Kindermodelagentur werden die unterschiedlichsten Argumente herangetragen, warum ein Kind nicht modeln sollte. An dieser Stelle möchten wir uns zu den einzelnen Argumenten positionieren, denn nicht alle sind einfach so von der Hand zu weisen. Andere wiederum entspringen einer völlig falschen Vorstellung vom Kindermodel-Job.

 

Argument 1: Kindermodel = Kinderarbeit

Viele Kritiker vom Kindermodeln vergleichen die Model-Tätigkeit mit einem harten Dauer-Job, unter dem ein Kind leidet. Dem ist in unserer Agentur nicht so. In Deutschland regelt das Kinder- und Jugendschutzgesetz die Einsatzzeiten eines Kindes, je nach Alter. Denn richtig arbeiten dürfen sie noch nicht . So darf ein kleiner Knirps von 4 Jahren nur maximal eine halbe Stunde am Tag einen Model-Job ausführen. Hier achten Gewerbeaufsicht und Agenturen streng auf die Einhaltung. Die Arbeit vor der Kamera wird meist von professionellen Kinderfotografen durchgeführt. Sie gestalten das Shooting eher spielerisch und für die meisten Kinder ist es mit viel Spaß verbunden.
Die meisten Kindermodels unserer Agentur werden  zu Einmal-Aufträgen gebucht. Nur rund 8% aller Modelzwerge erhalten einen Folgeauftrag.  Es gibt also kein einziges Kind, das (in unserer Agentur) pausenlos im Einsatz ist.

 

Argument 2: Kindermodel = Projekt ehrgeiziger Eltern

Die meisten Kinder werden von ihren Eltern in Modelagenturen angemeldet. Klar, sie können erst im Schulalter schreiben und bekommen auch erst dann, falls überhaupt, Zugang zum Internet. Und ja, es gibt tatsächlich Eltern, die super ehrgeizig sind und unbedingt wollen, dass ihr Kind als Model groß herauskommt. Die Mehrheit ist das allerdings nicht. Vielen Eltern wird an unterschiedlicher Stelle gesagt, wie süß ihr Nachwuchs ist. Erst daraufhin kommen sie auf die Idee, nach einer Kindermodelagentur zu recherchieren. Und sie möchten auch nicht von Shooting zu Shooting reisen und pausenlos im Einsatz sein. Sie möchten einfach mal die Chancen testen und vielleicht das Gesicht ihres Zwerges auf einem Flyer oder einem Plakat sehen. Dauereinsätze gibt es in unserer Agentur sowieso nicht. Kommt es zu Wiederholungsaufträgen, liegen oft mehrere Monate, manchmal sogar Jahre dazwischen. Kommt es zu einem Einsatz und das Kind hat offensichtlich keine Lust vor einer Kamera zu stehen, melden uns die ausführenden Agenturen/Fotografen das zurück. Diese Kinder werden dann nicht weiter vermittelt.
Werden die Kinder älter und eigenständiger, wächst in ihnen selber der Wunsch zum Modeln. Sie organisieren dann meist eigenständig den Erstkontakt mit unserer Agentur. Mit 12...13...14 Jahren lassen sie sich nicht mehr so von ihren Eltern  dirigieren. Hier ist schon ein eigener Wille deutlich ausgeprägt.
Auch das Thema Geld ist in der Praxis des Kindermodelns kein großer Motivator, auch nicht für ehrgeizige Eltern. Für die relativ kurzen Einsatzzeiten und bei kleineren Aufträgen gibt es ein nettes Taschengeld. Einsätze für größere Unternehmen werden zwar relativ gut bezahlt, reich werden kann man dadurch aber nicht.

 

Argument 3: Kindermodel = Lolita

Kindermodel als LolitaIm Januar 2011 schlugen die Wellen hoch, als die 10 jährige Französin Thylane Lena-Rose Blondeau sich lassiv auf dem Cover der "Vogue" räkelte. In Amerika machen Modenschauen mit perfekt geschminkten und auf Mini-Frau getrimmten Mädchen auf sich aufmerksam. Die Kinder-Unterwäsche-Fotos des französischen Labels Jours Aprés Lunes sorgten im Sommer 2011 für helle Aufregung und wurden als Traum aller Pädophilen verurteilt.
Solche Model-Jobs sehen wir ebenfalls kritisch. Ein weibliches Kindermodel sollte nicht zur Lolita gestylt werden und Kinder sind eben nicht einfach nur kleine Erwachsene. Ihre Würde muss geschützt bleiben. 
Aber: in unserer über 8 jährigen Tätigkeit als Kindermodelagentur gab es bisher nur 2 ernsthafte Anfragen, die in diese Richtung gingen und von uns nicht bedient wurden. 99% aller Buchungsanfrage sind seriöser Natur. Es ist das Vorurteil von Unwissenden, wenn sie glauben, dass Kindermodel Jobs grundsätzlich anrüchig sind.

Hinweis: Die Argumentation beruht auf dem Stil und der Arbeitsweise unserer Kindermodelagentur. Für andere Agenturen muss das nicht in gleichem Maße zutreffen.